BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsgruppe Soltau

Standpunkt

Grüne Soltau üben mehrheitlich Kritik an Famila-Plänen

29.05.26 –

Die Idee eines Famila-Supermarktes am südlichen Ortsausgang auf Höhe Tetendorf ist wieder in der Diskussion: Es soll eine Kooperation mit der Lebenshilfe geben. Das Umfeld eines zukünftigen Famila soll für die integrative Einrichtung als Wohnquartier gestaltet werden. Am 19. März wurden diese Pläne im Stadtrat vorgestellt.

In der Böhme-Zeitung heißt es: „In Soltau-Süd sollen künftig rund 500 Menschen leben – teilweise inklusiv. Vorgesehen sind außerdem Kleinstgewerbe, Freizeit- und Sportanlagen, ein Café, viel Grün, Radwege und ein Nahversorger.“ Ein Investor, zu dem auch Famila gehört, plant das neue Quartier.

Unnötiger Konkurrenzkampf zwischen zwei Standorten

Nun ist es schwer, Nein zu sagen, wenn Wohnraum – und sogar zu 10 bis 15 Prozent inklusiver Wohnraum – geschaffen werden soll. Das begrüßen die Soltauer Grünen ausdrücklich. Dennoch üben sie mehrheitlich Kritik an den Plänen – nicht an dem Lebenshilfe-Teil, sondern an der Verzahnung mit dem Supermarkt. Denn: Im nahegelegenen Vega-Einkaufszentrums auf der Almhöhe befindet sich ein Rewe. Und der ist auch zentral für den weiteren Einzelhandel dort. Trotz der geplanten Wohnbebauung mit der Lebenshilfe und trotz des neuen Wohngebietes Tetendorfer Straße, befürchten viele Grüne, dass die Kaufkraft in Soltaus Süden für zwei Supermärkte nicht ausreichend sein wird. Ein ruinöser Wettbewerb zwischen zwei Einkaufsstandorten, die nur rund 3 Kilometer voneinander entfernt liegen, helfe niemandem.

Die weiteren Bedenken:

  • Das Lebensmittel-Sortiment eines Famila-Marktes wird in Soltau bereits an vielen Orten angeboten.
  • Auch das Non-Food-Sortiment von Famila ist bereits in der Innenstadt und auf der Almhöhe zu haben. Es entsteht unnötige Konkurrenz, die die anderen Standorte schwächen wird, da es keinen Mangel an Angeboten gibt.
  • Familia wirbt mit Schaffung von ca. 80 Arbeitsplätzen. Wie viel Jobs aber fallen weg, wenn an anderer Stelle Arbeitsplätze durch die unnötige Konkurrenzsituation gefährdet sind?
  • Märkte in der Größe von Famila kalkulieren mit einem großen Einzugsgebiet. Es ist ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen zu erwarten. Das kann insbesondere am Bahnübergang Celler Straße zu noch mehr Staus führen. Das Wort „Nahversorger“ ist darum irreführend.

Das Meinungsbild unter den Soltauer Grünen bei der letzten offenen Fraktionssitzung ergab eine große Unterstützung für die Entfaltungsmöglichkeiten der Lebenshilfe. Diese sollten aber unabhängig von der Ansiedlung eines Famila-Marktes gefördert werden. 

Persönliche Eindrücke, die einige Anwesenden von dem Famila in Walsrode hatten, der ebenfalls weit an den Ortsausgang gebaut wurde, ist, dass dort „nicht viel los ist“. Das mag ein Indiz dafür sein, das auch der ähnliche Standort in Soltau nicht unbedingt erfolgsversprechend ist.

Zum Bericht in der Böhme-Zeitung vom 1.4.2026

 

Kategorie

Inklusion | Soltau | Wirtschaft

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